Keine Vorhaltungen, keine Wertungen, kein Streit vor dem Kind: Konkrete Regeln, wie die Übergabe für alle Beteiligten entspannt bleibt.
Die Übergabe ist der Moment, in dem sich für das Kind buchstäblich zwei Welten berühren – und gleichzeitig der Moment, in dem beide Elternteile unmittelbar aufeinandertreffen. Kein anderer Augenblick im gesamten Umgang hat ein so hohes Konfliktpotenzial auf so kleinem Raum.

So drängend ein organisatorisches Thema oder ein aufgestauter Ärger auch sein mag – die Übergabe selbst ist denkbar ungeeignet, um Probleme zu besprechen. Das Kind steht in diesem Moment unmittelbar zwischen beiden Eltern und bekommt jede Spannung hautnah mit. Themen mit Diskussionsbedarf gehören konsequent auf einen anderen Zeitpunkt verschoben.
Vorhaltungen und Kritik, auch wenn sie im Recht sind. Wertungen über den anderen Elternteil oder dessen Entscheidungen, auch beiläufig oder ironisch. Schreien oder Beleidigungen – das versteht sich eigentlich von selbst, passiert aber in aufgeladenen Situationen leichter, als man denkt. Diskussionen "auf dem Rücken" des Kindes, auch wenn sie sachlich gemeint sind.
Die Übergabe kurz und freundlich halten. Notwendige Absprachen vorab klären, sodass bei der Übergabe selbst nichts mehr besprochen werden muss. Sich selbst kurz vorbereiten, etwa mit ein paar tiefen Atemzügen. Bei wiederkehrenden Spannungen einen neutralen Übergabeort wählen. Dritte einbeziehen, wenn nötig, etwa Großeltern oder eine neutrale Übergabestelle.

Am Ende sollte die Übergabe für das Kind so unspektakulär wie möglich bleiben – ein kurzer, warmer Wechsel von einem sicheren Ort zum nächsten, ohne dass es dabei zum Zeugen von Erwachsenenkonflikten wird.
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