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Ratgeber

Grenzen setzen ohne den anderen Elternteil abzuwerten

Von akoi.me

Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen gehören zum Alltag. Wie eigene Regeln erklärt werden, ohne die des anderen Haushalts schlechtzumachen.

Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen gehören zu den häufigsten Reibungspunkten zwischen getrennt lebenden Eltern. Die Herausforderung liegt darin, die eigenen Grenzen und Werte zu vertreten, ohne dabei den anderen Elternteil vor dem Kind schlechtzumachen.

Warum dieser Punkt so heikel ist

Heikel
Heikel

Wenn ein Elternteil eine Regel des anderen kommentiert, entsteht für das Kind eine unangenehme Zwickmühle: Es merkt, dass die Regeln eines geliebten Elternteils von dem anderen infrage gestellt werden. Das kann Verunsicherung auslösen und auf Dauer auch das Ansehen des kritisierten Elternteils in den Augen des Kindes beschädigen.

Die eigene Regel erklären, ohne die andere zu bewerten

Der Schlüssel liegt darin, eigene Regeln aus sich selbst heraus zu begründen, statt sie in Abgrenzung zum anderen Haushalt zu formulieren. Statt "Bei Papa darfst du das, aber das ist nicht gut für dich" besser: "Bei uns gilt diese Regel, weil mir das wichtig ist." Diese Formulierung erklärt die eigene Haltung, ohne die des anderen Elternteils abzuwerten.

Konsequent in den eigenen vier Wänden bleiben

Konsequent.
Konsequent.

Grenzen zu setzen bedeutet auch, sich nicht von den Regeln des anderen Haushalts verunsichern zu lassen. Ein klares, freundliches "Das ist unsere Regel hier" reicht aus – wiederholte Grundsatzdiskussionen laden eher dazu ein, dass ein Kind Eltern gegeneinander ausspielt.

Wenn Unterschiede wirklich problematisch werden

Es gibt einen Unterschied zwischen normalen Erziehungsunterschieden und Themen, die das Wohl des Kindes wirklich betreffen. Bei letzteren lohnt sich ein direktes, sachliches Gespräch zwischen den Eltern – nicht vor dem Kind ausgetragen. Kleinere Unterschiede im Alltag dagegen dürfen einfach nebeneinander bestehen bleiben.

Der Grundgedanke dahinter

Ein Kind kann sehr gut mit zwei unterschiedlichen "Systemen" umgehen, solange es nicht das Gefühl bekommt, eines davon sei falsch oder schlecht. Die eigene Autorität als Elternteil entsteht durch Klarheit und Konsequenz, nicht durch die Abgrenzung zum anderen Elternteil.

Die Inhalte in diesem Ratgeber dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.