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Ratgeber

Gespräche mit dem Kind über den anderen Elternteil führen

Von akoi.me

Zuhören statt ausfragen: Wie Eltern richtig reagieren, wenn Kinder von sich aus über den anderen Elternteil erzählen oder Fragen stellen.

Kinder sprechen ganz selbstverständlich über beide Elternteile – sie erzählen, was sie erlebt haben, stellen Fragen, vergleichen manchmal auch Dinge zwischen den beiden Haushalten. Wie darauf reagiert wird, prägt maßgeblich, wie frei sich ein Kind fühlt, über sein ganzes Leben zu sprechen – oder ob es lernt, bestimmte Themen lieber für sich zu behalten.

Zuhören statt ausfragen

Reden
Reden

Es gibt einen großen Unterschied zwischen einem Kind zuhören, wenn es von sich aus erzählt, und einem Kind Fragen stellen, um Informationen über den anderen Elternteil zu bekommen. Solche Fragen bringen das Kind in eine unangenehme Position: Es merkt, wenn es gerade als Informationsquelle "benutzt" wird, statt einfach nur erzählen zu dürfen.

Ehrliches Interesse statt Verhör

Interesse
Interesse

Statt gezielt nach dem anderen Elternteil zu fragen, hilft es, offen und mit echtem Interesse am Kind selbst zu fragen, was es erlebt hat: "Wie war dein Wochenende? Was hast du Schönes gemacht?" Diese Fragen richten sich auf die Erfahrung des Kindes, nicht auf den anderen Elternteil.

Fragen des Kindes ehrlich, aber kindgerecht beantworten

Wenn Kinder Fragen zum anderen Elternteil stellen, verdienen sie eine ehrliche, aber altersgerechte Antwort, ohne dass dabei Partei ergriffen oder der andere Elternteil bloßgestellt wird. Eine gute Faustregel: Die Antwort sollte so ausfallen, dass sie auch dann in Ordnung wäre, wenn der andere Elternteil sie mithören würde.

Positive Erzählungen bestärken

Wenn ein Kind begeistert von einem Erlebnis beim anderen Elternteil erzählt, ist echte Freude die beste Reaktion. Ein einfaches "Das klingt schön, das freut mich für dich" signalisiert dem Kind: Ich darf beide Eltern lieben und davon erzählen.

Wenn das Kind Kritik am anderen Elternteil äußert

Weder vorschnell Partei ergreifen noch die Aussage kleinreden. Zuhören, die Gefühle des Kindes ernst nehmen und bei Bedarf sachlich mit dem anderen Elternteil klären – ohne dass daraus vor dem Kind ein Urteil über dessen Erziehung wird.

Die Inhalte in diesem Ratgeber dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.